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Ganz entspannt in Schwarz-Rot-Gold?

Der Neue deutsche Fußballpatriotismus aus sozialpsychologischer Perspektive

von Dagmar Schediwy (2012)

Seit der Fußball-WM 2006 hat sich in Deutschland das exzessive Zur-Schau-Stellen von Nationalgefühl bei internationalen Fußballevents als Massenphänomen durchgesetzt. Schwarzrotgoldene Fahnenmeere, Autokorsos und ekstatisch feiernde Fans gehören bei den Großereignissen des Männerfußballs inzwischen zur Normalität. Was steckt hinter der patriotischen Aufwallung während der Spiele? Dazu hat die Autorin während der Männer-Fußball-WM 2006, der EM 2008 und der WM 2010 Deutschlandfans auf Fanmeilen interviewt. Dabei ist ein spannender und authentischer Einblick in die Erlebniswelt der FanmeilenbesucherInnen entstanden, der gleichzeitig das Erklärungsmuster des Partypatriotismus kritisch hinterfragt.

Dagmar Schediwy, Dr. phil., arbeitet als Psychologin in Berlin und forscht zur Sozialpsychologie kollektiver Identitäten.

Buchbesprechung

von Dagmar Schediwy unter dem Titel "Pech im Job, Glück im Spiel" in JungleWorld-dschungel Nr.23, vom 7.06.2012:

Vor über 200 Jahren bemerkte der Philosoph Arthur Schopenhauer: »Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit, alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen«.
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