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GEW-Newsletter HuF 14.12.11

14.12.11 09:54 (Kommentare: 0)

GEW-Newsletter HuF 14.12.2011

 

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GEW-Newsletter Hochschule und Forschung + Templiner Manifest-Newsletter

14.12.2011 - Zeitverträge in der Wissenschaft - Debatte geht weiter

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Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen,  

vor 14 Tagen fand im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages das öffentliche Fachgespräch zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) statt. Heute möchte ich Ihnen berichten, was sich seitdem in unserem Kampf für die Stabilisierung der Beschäftigungsbedingungen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen getan hat. Außerdem gebe ich Ihnen einen ersten Ausblick auf Aktivitäten der Bildungsgewerkschaft GEW für den "Traumjob Wissenschaft" im Jahr 2012. Schon jetzt wünsche ich allen Leserinnen und Lesern des Templiner Manifest-Newsletters und des GEW-Newsletters Hochschule und Forschung ruhige und erholsame Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr! Nicht vergessen: "Auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben ein Recht auf Work-Life-Balance" (Ziffer 6 des Templiner Manifests). Schöpfen Sie in den etwas ruhigeren Tagen neue Kraft - 2012 brauchen wir auch Ihre Unterstützung in der Kampagne für eine Reform von Personalstruktur und Berufswegen in Hochschule und Forschung!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Andreas Keller

 

BUNDESTAGSANHÖRUNG: VIDEO-MITSCHNITT JETZT VERFÜGBAR

"Politiker aller Parteien fordern, dass die Vertragslaufzeit an die Laufzeit von Projekten gekoppelt wird" - das schrieb der Berliner "Tagesspiegel" in einem ausführlichen Bericht über die Bundestagsanhörung zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz am 30. November 2011 (http://www.tagesspiegel.de/wissen/wissenschaftler-im-prekariat/5905552.html, siehe auch die ausführliche Berichterstattung in der "Zeit": http://www.zeit.de/2011/50/C-Hochschule-Wissenschaftler). Die Koalitionsfraktionen kündigten aus Anlass der Anhörung eine eigene parlamentarische Initiative an, die u.a. im Sinne der GEW-Forderungen darauf abzielen soll, dass "befristete Arbeitsverträge für wissenschaftliche Nachwuchskräfte in der Regel auch an die Laufzeit der Vertragsgrundlage zu knüpfen" sind (Pressemitteilung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion: http://www.cducsu.de/Titel__pressemitteilung_dem_wissenschaftlichen_nachwuchs_eine_noch_bessere_perspektive_geben/TabID__6/SubTabID__7/InhaltTypID__1/InhaltID__20525/Inhalte.aspx). SPD, Linke und Grünen haben bereits Anträge zur Reform der Karrierewege in der Wissenschaft vorgelegt, in denen zentrale Forderungen des Templiner Manifests aufgegriffen werden.

Die vorliegenden Anträge der Bundestagsfraktionen und die schriftlichen Stellungnahmen der vom Ausschuss eingeladenen Sachverständigen können auf der Internetseite des Bundestagsausschusses abgerufen werden: http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a18/anhoerungen/Evaluation_des_Wissenschaftszeitvertragsgesetzes/index.html. Die Stellungnahme der Bildungsgewerkschaft GEW ist außerdem auf dem GEW-Wissenschaftsportal www.wissenschaft.gew.de unter http://www.gew.de/GEW_Schluss_mit_dem_Befristungswahn.html verfügbar. Für alle die nicht live dabei sein konnten: In der Mediathek des Deutschen Bundestages ist jetzt unter http://dbtg.tv/cvid/1441841 ein vollständiger Video-Mitschnitt des öffentlichen Fachgesprächs verfügbar - mit den mündlichen Statements aller Sachverständigen.

"ALLIANZ" WARNT VOR ÄNDERUNG DES WISSENSCHAFTSZEITVERTRAGSGESETZ

Unterdessen hat sich die "Allianz der Wissenschaftsorganisationen" "entschieden für eine unveränderte Fortführung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes" ausgesprochen - das ist einer aktuellen Pressemitteilung der "Allianz" vom 13.12.2011 zu entnehmen (http://www.idw-online.de/pages/de/news455945). "Personelle Erneuerungsfähigkeit" sichere das weltweit anerkannt hohe Niveau der deutschen Wissenschaft, deshalb sei das Gesetz zum "unverzichtbaren Instrument geworden". Allerdings bekannte sich die "Allianz" zu eine "verantwortungsvollen Umgang mit den Befristungsregelungen und der damit verbundenen besonderen Personalfürsorge". Die einzelnen Organisationen wollen nun "Empfehlungen für die Anwendungspraxis des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes" vorlegen. Der "Allianz" gehören nicht nur die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und die außerhochschulischen Forschungsorganisationen Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Max-Planck-Gesellschaft an, sondern auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Alexander von Humboldt-Stiftung, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina und der Wissenschaftsrat.

GROSSE ANFRAGE: FRAUEN IN DER WISSENSCHAFT WEITER UNTERREPRÄSENTIERT

Im Wissenschaftsbereich gäbe es "keine prekäre Beschäftigung", da keineswegs "jedes befristete Teilzeitarbeitsverhältnis pauschal als 'prekäres Beschäftigungsverhältnis' angesehen werden" könne. Diese Aussage ist in der Antwort der Bundesregierung auf die Große Anfrage der Bundestagsfraktionen SPD, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen zur "Geschlechtergerechtigkeit in Wissenschaft und Forschung" zu finden (Bundestags-Drucksache 17/7756 vom 17.11.2011: http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/077/1707756.pdf, S. 45). Und weiter: "Der Bundesregierung liegen zudem keine Daten vor, dass Frauen häufiger als Männer im 'Wissenschaftsbereich' in Teilzeit und/oder befristet beschäftigt waren als in anderen Branchen." Dabei belegen die auf S. 6 der Bundestagsdrucksache zu findenden Daten zumindest, dass Wissenschaftlerinnen stärker von Befristung und Teilzeit betroffen sind als ihre männlichen Kollegen.

Nichtsdestotrotz liefert die Antwort auf die Große Anfrage umfangreiches Datenmaterial, das belegt, dass Frauen insbesondere in den höheren Karrierestufen der wissenschaftlichen Laufbahn nach wie vor stark unterrepräsentiert sind. Besonders eklatant: der geringe Frauenanteil unter dem wissenschaftlichen Personal mit Leitungsfunktionen in der außerhochschulischen Forschung. Nur 11 Prozent dieser Positionen sind mit Frauen besetzt, in den Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft sind es sogar nur drei Prozent.

TERMINANKÜNDIGUNGEN: MIT DEM TEMPLINER MANIFEST INS NEUE JAHR

Bitte merken Sie sich schon jetzt folgende Termine für das neue Jahr vor:

  • 18.01.2012, Berlin: Die GEW ist bei der 3. großen Tagung "Lust auf wissenschaftliche Karriere in Deutschland! Wege, Förderungen und Netzwerke im Überblick" des Projekts KISSWIN.de vertreten (http://www.kisswin.de/kisswin/tagung/tagung-2012.html): mit einem eigenen Infostand und mit einem Vortrag von Andreas Keller zum Thema "Karriereperspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs - Personalkonzepte an deutschen Hochschulen" im Plenum.
     
  • 09.03.2012, Fulda: Fachhochschul-Tagung der GEW in Kooperation mit der Hochschule Fulda zum Thema "Perspektiven der Fachhochschulen im tertiären Bildungssystem", u.a. mit den Themen "Wie aufgabenadäquat ist die Personalstruktur der Fachhochschulen?" und "Wege zur Promotion für Fachhochschulabsolventinnen und Fachhochschulabsolventen". Die Einladung und Informationen zur Anmeldung erhalten Sie im Januar über den Newsletter Hochschule und Forschung.
     
  • 11.03.2012, Osnabrück: Workshop "Zeitverträge in der Wissenschaft" im Rahmen des 23. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (http://www.dgfe2012.de/). Die GEW ist beim DGfE-Kongress außerdem mit einem Infostand präsent und lädt ihre Mitglieder, Freundinnen und Freunde zu einem GEW-Abend ein (für Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer).
     
  • 05.-08.09.2012, Herrsching am Ammersee: 6. GEW-Wissenschaftskonferenz zum Thema "Reformbaustelle Hochschule" (Arbeitstitel) - die Einladung zur "WiKo" erhalten Sie im Frühjahr.
     
  • TEMPLINER MANIFEST - AKTUELLE TOURDATEN: 10.01.2012 Nordhausen, 24.01.2012 Göttingen, 01.02.2012 Augsburg, 02.02.2012 Ulm, 09.02.2012 Vechta, 07.05.2012 Bayreuth, 08.05.2012 Erlangen. Das Templiner Manifest kommt auch an Ihre Hochschule und Forschungseinrichtung - wir freuen uns auf Ihre Einladung! Aktuelle Informationen zu den Templiner Manifest-Veranstaltungen erhalten Sie jederzeit unter http://www.templiner-manifest.de/Termine_Templiner_Manifest.html.
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Dr. Andreas Keller
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Hauptvorstand
Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands
Leiter des Vorstandsbereichs Hochschule und Forschung
Reifenberger Str. 21, D-60489 Frankfurt a. M.
Tel.: +49 (0) 69 78973-314, Fax: +49 (0) 69 78973-103

E-Mail: andreas.keller@gew.de, Internet: http://www.wissenschaft.gew.de

 

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